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Logistikmarktstudie - Logistikmarkt


Schweizer Logistikgesamtmarkt im Detail

Abschätzung des Logistikgesamtmarktes

Die Abschätzung des Gesamtvolumens erfolgt in der Logistikmarktstudie Schweiz über drei unabhängige Wege, um so die „Robustheit“ des Ergebnisses zu gewährleisten (s. Abbildung 1). Eine ausführliche Erläuterung dieser drei Berechnungswege finden Sie unter der Seite Methodik und Quellen.


 
GrafikAbschätzung Logistikgesamtmarkt

Abbildung 1: Drei unabhängige Wege zu einer robusten Schätzung des Schweizer Logistikgesamtmarktes

Angebotsseitige Annäherung über die Gütertransportstatistik. 2017 stieg der Wert des Logistikgesamtmarktes auf 35.2 Mrd. CHF und damit um 4.1% gegenüber dem Vorjahr. Hauptursache hierfür sind Kopplungseffekte, da mit dem gesamtwirtschaftlichen Wachstum auch die Nachfrage nach Energieträgern gestiegen ist. Die Auswirkungen auf Energiepreise schlagen sich in einer höheren monetären Marktbewertung nieder. 

Die Annäherung über den Arbeitsmarkt (Erwerbstätigenstatistik) liefert ein geschätztes Logistikgesamtmarktvolumen von 40.5 Mrd. CHF für das Jahr 2017 (+1.5% zum Vorjahr). Die Anzahl der Erwerbstätigen in der Logistik ist mit rund 182‘700 etwas höher als im Vorjahr (+0.7%). Der durchschnittliche Bruttoverdienst stieg leicht auf 75‘574 CHF/Jahr (+0.7%).

Die nachfrageseitige Annäherung über die einzelnen Branchenumsätze liefert für das Basisjahr 2017 ein Marktvolumen von 41.6 Mrd. CHF. Dieser Wert liegt um 0.5% tiefer als im Jahr 2016. Grund hierfür ist ein leichter Rückgang des Logistik-Wertschöpfungsanteils im Verhältnis zu den in der Schweiz insgesamt erzielten Umsätzen.


Die Differenz zwischen den Ergebnissen dieser drei Wege kann als Bandbreite (Schätzfehler) interpretiert werden, innerhalb welcher sich das Logistikmarktvolumen der Schweiz bewegt. Gemittelt ergibt sich für 2017 ein Gesamtlogistikmarktvolumen von 39.1 Mrd. CHF. Dies entspricht einer Zunahme von 1.6% verglichen mit dem Vorjahreswert.

 

Entwicklung des Logistikgesamtmarktes


Der Schweizer Logistikgesamtmarkt entwickelt sich mit einem wertbezogenen Marktvolumen von 39.1 Mrd. CHF nach zwei rückläufigen Jahren in Folge wieder positiv (s. Abbildung 2). Im Vergleich zum Vorjahr stieg das Marktvolumen 2017 um 1.6% an.

Hierfür waren verschiedene Einflussfaktoren massgeblich: Allen voran ist ein Kopplungseffekt anzuführen, der die Berechnung des Logistikmarktes entscheidend beeinflusst. Durch das allgemeine Wirtschaftswachstum steigt nicht nur die generelle Konsumnachfrage an. Auch die Preise für Energieträger ziehen nach. Diese Effekte überlagern sich und führen bei der angebotsseitigen Berechnung zu einer höheren monetären Marktbewertung.

Der Schweizer Fahrzeugbestand ist 2017 um 2.7 % gestiegen, während die transportierte Tonnage über alle Verkehrsträger hinweg mit -4 % rückläufig war. Eine Begründung hierfür liefern strukturelle Veränderungen der transportierten Güter, die durch den zunehmenden E-Commerce tendenziell höherwertiger und leichter werden.

 
Grafik Entwicklung Logistikgesamtmarkt

Abbildung 2: Entwicklung des Logistikgesamtmarktes der Schweiz in Korrelation zum BIP, Prognosen für die Jahre 2018 und 2019

Der Anteil des wertbezogenen Logistikmarktvolumens gemessen am Bruttoinlandprodukt der Schweiz entspricht mit 5.8% dem Wert des vergangenen Jahres. In den letzten 10 Jahren schwankte der Anteil zwischen 5.8% und 6.4%.

Positive Konjunkturdaten der Schweizer Anrainerstaaten – allen voran Deutschland mit einem BIP-Wachstum von 2.2% * in 2017 – haben zu einer Zunahme der grenzüberschreitenden Transporte geführt. Ferner profitieren die exportorientierten Sektoren der Schweizer Wirtschaft seit 2017 von der Aufwertung des Euros gegenüber dem Schweizer Franken und beziehen mehr logistikbezogene Leistungen. Das heimische BIP ist mit einem Zuwachs von 1.6% * stabil. 

Unsicherheiten in der internationalen Handelspolitik – verursacht z.B. durch den drohenden ungeordneten Austritt Grossbritanniens aus der EU oder die opportunistische Wirtschaftspolitik der Vereinigten Staaten – haben unabsehbare Konsequenzen für die Schweizer Wirtschafts- und Europapolitik in den kommenden Jahren. Dies schlägt sich auch in den Märkten nieder. Nach konjunkturell expansiven Phasen in 2017 und den ersten beiden Quartalen in 2018 geht die SECO von einer abflauenden Dynamik aus. Für 2018 werden die erwarteten Zuwächse auf dem Schweizer Logistikgesamtmarkt deshalb auf 1.2 – 2.1% taxiert, womit ein Volumen von 39.6 – 39.9 Mrd. CHF einhergeht. Mit einem ähnlich moderaten Wachstum wird auch für 2019 gerechnet.

 * Quelle: Statistisches Bundesamt (2018): Deutsche Wirtschaft wächst auch im Jahr 2017 kräftig

Hinweis:

Die Zeitreihenanalyse der Jahre 2006-2017 (s. Abbildung 2) und die Konjunkturprognosen für die Schweiz des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) erlauben die Anwendung einer einfachen Regressionsanalyse für die Abschätzung der Entwicklung des Logistikmarktvolumens 2018 und 2019
.

 


Entwicklung der Erwerbstätigen in der Logistik

Die Anzahl der Erwerbstätigen in der Logistik hat um 0.7% zugenommen und liegt im Jahr 2017 bei rund 182‘700 Beschäftigten. Damit ist das Wachstum höher als im Jahr 2016 (0.2%).

Die Entwicklung der Erwerbstätigenanzahl in der Logistik entspricht genau dem Zuwachs bei den Erwerbstätigen in der Schweiz insgesamt (s. Abbildung 3).

Grundsätzlich handelt es sich bei der Nachfrage nach Logistikleistungen um eine derivative, d.h. abgeleitete Nachfrage. Bei steigender Anzahl der gesamten Erwerbstätigen in der Schweiz ist auch ein Anstieg der Erwerbstätigen in der Logistik zu erwarten.

Dieser positive Zusammenhang zwischen der Anzahl der Mitarbeitenden in der Logistik und der BIP-Entwicklung schwächt sich zusehends ab durch Produktivitätssteigerungen sowie eine erhöhte Substitution von Mitarbeitenden durch Maschinen im Zuge einer fortschreitenden Automatisierung ab.

Der durchschnittliche Wert pro Mitarbeiter ist in 2017 um 1.8% auf 214’012 CHF angewachsen. Grund hierfür ist, dass das Gesamtmarktvolumen stärker angestiegen ist als die Anzahl der Erwerbstätigen.

 
Grafik Erwerbstätige in der Logistik

Abbildung 3: Entwicklung der Erwerbstätigen in der Logistik der Schweiz in Korrelation zu den gesamten Erwerbstätigen in der Schweiz


Top 100 Logistikdienstleister der Schweiz

Tabelle : Ausschnitt Top 20 der Top 100 Logistikdienstleister im Schweizerischen Logistikmarkt (Umsatz- und Mitarbeiterwerte im Jahr 2017)

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Ranking nach Umsatz und Unternehmen

Die Top 100-Liste verschafft einen Überblick über die grössten Logistikdienstleister der Schweiz. Die untersuchten Logistikunternehmen werden anhand eines Umsatz-Rankings sowie der Anzahl der Mitarbeitenden dargestellt. Weiterhin wird eine Unterscheidung zwischen schweizweiten und internationalen Daten vorgenommen, um so die grössten schweizerischen Logistikunternehmen zu ermitteln.

Das Ergebnis des Rankings der Top 100 Logistikdienstleister nach schweizerischen Umsätzen ist in Tabelle 1 aufgeführt.

Die Unterschiede an der Spitze sind deutlich zu erkennen. Lediglich PostMail AG und PostLogistics generieren in der Schweiz Umsätze in Milliardenhöhe.

Ähnlich verhält es sich mit den Mitarbeiterzahlen in der Schweiz. Bei der Mehrheit der Unternehmen sind zwei- bis dreistellige Beschäftigungszahlen vermerkt. Nur wenige grosse Akteure haben über 1000 Mitarbeitende. Die Gesamtbetrachtung der Top 100 zeigt, dass rund 34% der Unternehmen 100 oder weniger Mitarbeitende beschäftigen.

Abbildung 4: ABC-Analyse der Top 100 Logistikdienstleister Schweiz

Grafik ABC-Analyse der Top 100 Logistikdienstleister Schweiz

Mithilfe einer ABC-Analyse lässt sich die Verteilung des Logistikmarktvolumens auf die Top 100 Logistikdienstleister der Schweiz verdeutlichen (Abbildung 4). Es wird ersichtlich, dass die zehn grössten Unternehmen einen Umsatz von 8.6 Mrd. CHF generieren. Somit werden 57% des Gesamtumsatzes auf dem Schweizer Logistikmarkt von den zehn grössten Unternehmen erbracht (Bereich A).

Die oberen 30 Logistikdienstleister der Top 100 Unternehmen machen rund 80% des Gesamtumsatzes aus (Bereiche A+B). Die verbleibenden 70 Logistikunternehmen erwirtschaften nur 20% des kumulierten Umsatzes der Top 100 Logistikdienstleister (Bereich C). Aus dieser Analyse wird ersichtlich, dass einige wenige Logistikunternehmen den Markt in der Schweiz dominieren.


Zusatzabgaben – Einsatz alternativer Antriebstechnologien

Neben den Daten zu Umsatz und Mitarbeitenden ist in der Logistikmarktstudie 2019 erstmals auch die Zusammensetzung des für die Top 100 Schweizer Logistikdienstleister im Einsatz befindlichen Fuhrparks im Hinblick auf die Antriebstechnologien enthalten. Unterschieden werden batterieelektrische Antriebskonzepte, Plug-in-Hybrid, Gas (u.a. CNG, LPG), Wasserstoff und der herkömmliche Verbrennungsmotor.


Kuchendiagramm Verteilung Antriebsarten

Abbildung 5: Verteilung der für Schweizer Logistikdienstleister gegenwärtig im Einsatz befindlichen Antriebsarten

Die Verteilung zeigt eine deutliche Dominanz des herkömmlichen Verbrennungsmotors, welcher mit 99% Marktabdeckung – trotz diverser medialer Diskussionen in der Schweiz – auch in naher Zukunft für den Nutzfahrzeugbereich nicht wegzudenken ist. Die einzig nennenswerte Alternative sind Gas-Konzepte (rund 1%).

Zunächst sei angemerkt, dass Umfragen nie ein lückenloses Abbild der Wirklichkeit darstellen können und deshalb vermutlich bereits heute vereinzelte andere Antriebskonzepte bei Schweizer Logistikdienstleistern Anwendung finden. Nichtsdestotrotz hilft die Erhebung dabei, bestehende Alternativen gemäss ihres Stellenwertes im Status-quo zu reflektieren.


In den kommenden 5 Jahren sind deutliche Veränderungen bei der Zusammensetzung des Fuhrparks einiger Dienstleister zu erwarten. Die Teilnehmenden gehen von rund einem Fünftel aller gewerblich und im Werkverkehr eingesetzten Fahrzeuge aus, die alternativ betrieben sein werden. Spannend ist ein relativ gleich verteiltes Stimmungsbild über alle alternativen Antriebskonzepte hinweg. Daraus kann gefolgert werden, dass zum heutigen Zeitpunkt noch keine Antriebstechnologie absehbar ist, welche den anderen in naher Zukunft deutlich überlegen sein wird. Wenngleich batterieelektrische Fahrzeuge aktuell im Individualverkehr an Bedeutung zunehmen, spielen sie in der breiten Masse des Güterverkehrs auch künftig nur eine Nebenrolle.


Kuchendiagramm Geschätzte Verteilung Antriebsarten

Abbildung 6: Geschätzte Verteilung der für Schweizer Logistikdienstleister in 5 Jahren im Einsatz befindlichen Antriebsarten

Zusatzangaben – Verteilung eingesetzter Fahrzeugklassen


Kuchendiagramm Verteilung TOP 100 Fahrzeugklasse

Abbildung 7: Verteilung der eingesetzten Fahrzeugklassen über das gesamte Top 100 Sample hinweg

Die Daten zu den eingesetzten Antriebsarten werden ergänzt von Angaben zur Zusammensetzung des Fuhrparks nach Fahrzeugklasse. Zur Differenzierung der Fahrzeugklassen wurde die in der Schweiz gängige Unterteilung nach <3.5t zGG (zulässiges Gesamtgewicht), 3.5 – 18t zGG und >18t zGG verwendet (s. Abbildung 7 und Abbildung 8).

Rund zwei Drittel der Unternehmen der Top 100 Liste setzen Fahrzeuge der höchsten Fahrzeugklasse ( >18t zGG )ein. Reduziert man die betrachteten Unternehmen auf Vertreter der Top 10, schrumpft dieser Anteil auf circa ein Drittel zusammen. Die eindeutig dominante Fahrzeugklasse ist in diesem Fall am anderen Ende des Spektrums, nämlich <3.5t zGG.


Der Grund hierfür ist offenkundig. Allein die Schweizerische Post beeinflusst diese Statistik mit ihrer grossen Anzahl an leichten Sendungen erheblich.

Darüber hinaus wird die Beobachtung dieser Zusammensetzung über die Zeit sehr spannend sein. Beispielsweise deutet eine Zunahme der Fahrzeugklasse <3.5t zGG – gerade auch über das gesamte Sample der Top 100 Logistikdienstleister hinweg – auf grundsätzliche Veränderungen der Güterstruktur hin, welche im Geschäftsmodell der Logistikdienstleister abgebildet werden müssen. Der Trend zum Online-Handel etwa führt zu kleinteiligeren Sendungen mit höherer Wertdichte und kann als ein Haupttreiber dieses «Güterstruktureffektes» angesehen werden.

Kuchendiagramm Verteilung Top 10 Fahrzeugklassen

Abbildung 8: Verteilung der eingesetzten Fahrzeugklassen bei den Top 10 der Logistikdienstleister

Zusatzangaben - Nutzung von Lagerfläche


Die verfügbare Fläche für logistische Aktivitäten ist in der Schweiz seit jeher begrenzt. So sehen sich hiesige Logistikdienstleister immer der Frage ausgesetzt, wie die vorhandenen umbauten Flächen möglichst effektiv genutzt werden können. Typischerweise besteht die Wahl zwischen klassischer Lagerung, Umschlag und der Erbringung von Mehrwertdienstleistungen. Die Grenzen verlaufen fliessend. So bedingt z.B. die Lagerung zwangsweise eine gewisse Mindestfläche für Umschlagstätigkeiten. Dennoch kann eine grobe Unterteilung als erster Anhaltspunkt dienen.

Über alle Dienstleister des Top 100 Samples hinweg ist Lagerung mit 63% die vorherrschende Aktivität zur Nutzung der verfügbaren Fläche (s. Abbildung 9). Auf dem zweiten und dritten Platz folgen Umschlag (23%) und die Erbringung von Mehrwertdienstleistungen (14%).


Kuchendiagramm Top 100 Lagerfläche

Abbildung 9: Über das gesamten Top 100 Sample hinweg betrachtete Nutzung von Lagerflächen

Kuchendiagramm Top 10 Lagerfläche










Abbildung 10: Nutzung von Lagerflächen bei den Top 10 der Schweizer Logistikdienstleister

Richtet man den Blick auf die Unternehmen der Top 10, bleibt diese Reihenfolge zwar gleich. Dennoch ändert sich die Verteilung erheblich: 40% Lagerung, 32% Umschlag und 28% Erbringung von Mehrwertdienstleistungen. Es drängt sich die Vermutung auf, dass die grössten Schweizer Logistikdienstleister über ein ausdifferenziertes Angebotsspektrum verfügen, welches gerade auch Value-added Services einschliesst.

Aus dieser Erkenntnis können mittelständische Unternehmen schliessen, dass die Wertschöpfungstiefe von Logistikdienstleistern in der Tendenz weiter ansteigen wird und ergänzende Tätigkeiten über die blosse Lagerung hinaus in Zukunft an Bedeutung gewinnen werden. Für Unternehmen aller Grössen ist es wichtig, die Veränderung dieser Verteilung in den nächsten Jahren im Auge zu behalten.

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